Am 15. Januar 2026 machte sich die Klasse 7e im Rahmen des Geschichtsunterrichts auf den Weg zu einem ganz besonderen Schulausflug – dem „Nürnberger Loch“.
Es ist der älteste Teil des Rathauses und eines der größten erhaltenen Stadtgefängnisse des Mittelalters. Doch es war nicht immer ein Kerker. Denn einst boten hier die Nürnberger Bäcker ihre Waren an. Als die Nürnberger ab 1332 mit dem Hauptmarkt ihre neue Stadtmitte schufen, bauten sie das Brothaus zum Rathaus um. Das Gelände ringsum schütteten sie auf, und so wurde das Erdgeschoss zum Keller und die Läden zum Gefängnis. Das Loch war vor allem Untersuchungsgefangenen und Todeskandidaten vorbehalten. Dicke Steinmauern, schmale Fenster und gruselige Gerätschaften ließen erahnen, welche Geschichten sich hier verbergen.
Kaum waren die Schülerinnen und Schüler eingetreten, wurde es still. Die Führerin erzählte von Gefangenen, die vor hunderten von Jahren hier eingesperrt waren – ohne Licht, ohne Wärme und oft ohne Hoffnung. Zellen, Folterkammer, Schmiede, Gefängnisküche und Brunnenraum vermittelten ein eindringliches Bild damaliger Gerichtsbarkeit.
Am Ende des Rundganges waren sich alle einig – Geschichte kann auch spannend und lehrreich zugleich sein und ein Besuch im Nürnberger Lochgefängnis ist Unterricht zum Anfassen.
Christin Gergele

Bild oben: ein beeindruckendes Türschloss
Bild unten: ein beklemmender Blick in die Vergangenheit, da drängt sich der Begriff „Lochgefängnis“ geradezu auf…

Bild unten: An diesem Tisch erhielten die Häftlinge ihre Henkersmahlzeit…
… Eine Henkersmahlzeit ist das letzte Essen, bevor eine Person hingerichtet wird. Welche Gefühle sind an diesem Tisch wohl empfunden worden…?
