Was Briefe bewirken können

 

Amnesty International erstmals in der GSR


gefährliches Prosit auf die Freiheit, Portugal 1961

 

Es begann mit einem Prosit auf die Freiheit. Was Studenten in Portugal taten, brachte sie hinter Gitter und in die Zeitung. Als Peter Benenson in London davon las musste er handeln. Er begann eine Aktion, die bis heute immer nur an Kraft gewonnen hat.

 

 

 

gefährliches Prosit auf die Freiheit, Portugal 1961

 

„Ich wusste gar nicht, dass es so was gibt wie ai“, erzählt später Iman Aziz aus der zehnten Klasse. Mit ai ist die weltweit agierende Nichtregierungsorganisation Amnesty International gemeint. Erstmals arbeitete die GSR mit ai zusammen und entwarf ein Informationsprogramm für den Tag der Menschenrechte. Den zehnten Klassen wurde von Ehrenamtlichen gezeigt wie man Brief schreibt, die auch Staatschefs lesen. Regelmäßig verschicken die Mitarbeiter von ai Briefe an Regierungen und fordern die Einhaltung der Menschenrechte.Stets stehen dahinter gute Recherchen an Einzelfällen: zu Unrecht inhaftiert, unmenschliche Haftbedingungen, Todesurteile. „Wir haben selbst Briefe geschrieben. ai hat sie eingesammelt und schickt sie nach London“, so Boyaa Sefa. In der britischen Hauptstadt steht die Zentrale von ai. Hier wird koordiniert, nachgefragt und formuliert.


Die Briefe entfalten seit 50 Jahren ihre Wirkung. Wenn Unrecht öffentlich wird, ändert so manches Land sein Vorgehen. Tom Wunderlich fasst den Projekttag flink zusammen: „Zahn um Zahn ist unmenschlich.“ ai zeigt mit seinen Aktionen, dass weder menschenverachtende Brutalität noch Nichtstun die Antwort auf  Menschenrechtsverletzungen sein kann. Hinschauen, Hinhören, Mund auf machen, wie es schon im Schullied heißt. Bleibt zu hoffen, dass sich so mancher Absolvent der GSR später daran erinnert und Gesellschaft aktiv mitgestaltet.
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Michael Schwarzer

 

 

 

 

 

Amnesty International zu Gast an der GSR, Zehntklässler am Stand der Menschenrechtsorgansiation